Die Geburt liegt Wochen, Monate oder Jahre zurück, und trotzdem fühlt sich dein Körper seitdem anders an. Bei dem Versuch, über das Erlebte zu sprechen, hast du Sätze gehört wie „Das wird schon wieder“ oder „Sei froh, dass dein Kind gesund ist“. Solche Sätze zeigen, wie überfordert das Umfeld oft ist. Kaum jemand spricht darüber, dass eine Geburt traumatisch erlebt werden kann, auch wenn sie von außen betrachtet gut und unkompliziert verlaufen ist.
Zu viel, zu schnell, zu plötzlich.
Eine Geburt kann sich überwältigend anfühlen, wenn
Zum Beispiel:
Es können auch vermeintliche Kleinigkeiten sein. Entscheidend ist nicht das Ereignis an sich, sondern die Reaktion deines Organismus darauf. Manchmal lag das Schwere auch in der Schwangerschaft oder im Wochenbett.
Vielleicht kennst du das:
Viele Frauen spüren genau, dass seit der Geburt etwas anders ist, und wissen nicht, an wen sie sich damit wenden sollen.
In einer bedrohlichen Situation mobilisiert dein vegetatives Nervensystem enorme Energie für Kampf oder Flucht. Ist beides nicht möglich, reagiert es mit Erstarrung oder Kollaps.
Normalerweise wird die Energie danach wieder entladen, und dein Körper findet in die Ruhe zurück. Gelingt das nicht, bleibt das Nervensystem hängen, in der Anspannung oder im Zusammenbruch. Die Energie bleibt im Körper gebunden: als Dauerspannung, Erschöpfung, Taubheit oder innere Unruhe. Stresshormone und das vegetative Nervensystem halten die Muskelspannung hoch, auch im Bauch und im Beckenboden. Der Kopf weiß, dass es vorbei ist. Der Körper weiß es noch nicht.
Bleibt er in der Anspannung, fühlt er sich nicht sicher an. Wer mit ihm verbunden ist, spürt auch die Gefühle, die überfordern könnten. Also entkoppeln wir uns. Wenn der Körper nein sagt und sich verschließt, dann meint er auch nein. Er schützt dich davor, die Überwältigung noch einmal zu erleben.
Was nicht gespürt wird, wird auch nicht genutzt, weder im Alltag noch im Training. Deshalb kommen Übungen oft nicht an. Und bei einer Übung oder Berührung können plötzlich Gefühle, Bilder oder Erinnerungen an die Geburt auftauchen, für die in einer gewöhnlichen Behandlung kein Platz und keine Zeit ist.
Wir arbeiten nicht mit der Erinnerung an die Geburt, sondern mit der körperlichen Reaktion darauf. Du musst das Erlebte nicht erneut durchleben und die Geburt nicht nacherzählen. Wenn etwas auftaucht, hat es Platz: Du darfst lachen, weinen oder wütend sein. Wir halten an, und ich helfe dir, im Körper wieder zur Ruhe zu kommen.
Wir beginnen beim Spüren und gehen in kleinen Häppchen vor: sanft in den Bauch atmen, die Bewegungen des Beckens spüren, Schwere und Weichheit im Unterleib zulassen. Wir spüren behutsam Körperempfindungen, Impulsen und Ressourcen nach, damit sich die gebundene Energie entladen kann. Ich frage um Erlaubnis, bevor ich dich berühre. Wenn die Verbindung zu Bauch und Beckenboden da ist, bauen wir mit Training darauf auf. So kann sich dein Körper wieder sicherer anfühlen, und Übungen können ankommen.
In die Arbeit fließt ein, was du gerade brauchst:
In meiner Arbeit geht es nicht darum, die psychischen Inhalte des Traumas aufzuarbeiten oder eine Psychotherapie zu ersetzen – dies bleibt Aufgabe von Psychotherapeutinnen. Vielmehr geht es um die Regulation des Nervensystems über den Körper.
Auch dein Kind hat die Geburt erlebt. Ein Baby kann sich noch nicht allein beruhigen. Es braucht dafür einen Menschen, der selbst zur Ruhe kommt. Deshalb beginnen wir bei dir. In deinen Sitzungen bist du allein, damit du deine Aufmerksamkeit nur auf dich selbst, deinen Körper und deine Prozesse richten kannst. Bring gern eine Begleitperson mit, die mit deinem Baby spazieren geht und es zum Stillen kurz zu dir bringt.
Manchmal zeigt auch dein Baby, dass die Geburt viel für es war: Es ist sehr unruhig, weint viel oder kommt schwer an. Dafür gibt es die Familiensitzung. Hier beziehen wir euch alle mit ein, Eltern und Kind, und das Tempo richtet sich nach dem kleinsten Nervensystem. Vorher muss medizinisch abgeklärt sein, dass deinem Baby körperlich nichts fehlt.
Physiotherapeutin · Physio Pelvica® Beckenbodentherapeutin (AG GGUP) · Somatic Experiencing (SE)® Practitioner · Traumalösung bei Säuglingen (Fortbildung bei Sarito Fuhrmann-Bailes, auf Basis von SE™) · Stillspezialistin® · Sexualpädagogin · Systemische Beraterin
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Der erste Schritt
Du musst nicht warten, bis es „schlimm genug“ ist. Im kostenlosen Erstgespräch lernen wir uns kennen und klären, was für dich passt. Du erzählst dabei nur so viel, wie du möchtest.
Ist das eine Psychotherapie?
Nein. In meiner Arbeit geht es nicht darum, die psychischen Inhalte des Traumas aufzuarbeiten oder eine Psychotherapie zu ersetzen – dies bleibt Aufgabe von Psychotherapeut*Innen. Vielmehr geht es um die Regulation des Nervensystems über den Körper.
Meine Geburt ist Jahre her. Ist es zu spät?
Nein. Auch nach Jahren kann dein Körper die Geburt noch festhalten.
Ich habe keine körperlichen Beschwerden, aber seitdem ist etwas anders. Bin ich bei dir richtig?
Ja. Du musst nicht warten, bis es „schlimm genug“ ist.
Ich hatte einen Kaiserschnitt. Bin ich bei dir richtig?
Ja. Hier geht es um das Erleben der Geburt. Die Narbe beziehen wir in die Arbeit mit ein.
Darf ich mein Baby mitbringen?
In deinen Sitzungen bist du allein, damit du deine Aufmerksamkeit ganz auf dich richten kannst. Bring gern eine Begleitperson mit, die mit deinem Baby spazieren geht und es zum Stillen kurz zu dir bringt. Für dein Baby gibt es die Familiensitzung.